Bauen & Wohnen:
Plattform für
Vernetzung, Synthese
und Transfer 

Das Ziel

Ziel der Plattform Bauen & Wohnen ist es, Hürden von bestehenden Innovationen für mehr bezahlbaren Wohnraum zu identifizieren und zentrale Impulse zur Umgestaltung des Bausektors zu geben. Neben der Bezahlbarkeit werden auch die Kriterien Nachhaltigkeit und Wohn-/Lebensqualität berücksichtigt. 
Der Fokus liegt auf dem Gebäudebestand im städtischen Raum. Diskutiert werden Lösungsoptionen und Impulse für Umnutzung, Aufstockung und Anbau oder andere Formen der Nachverdichtung auf bereits versiegelten Flächen. 

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© David Ausserhofer

Fachbeitrag: Akzeptanz von Stadt- und Siedlungsplanung

Prof. Dr. Drs. h.c. Ortwin Renn, wissenschaftlicher Projektleiter der Plattform Bauen & Wohnen, hat sich in einem Fachbeitrag mit der Frage beschäftigt, „wie Akzeptanz für eine nachhaltige Stadt- und Siedlungsplanung konzeptionell gefasst und empirisch gemessen werden kann“. Dabei betont er, dass eine integrative Stadtplanung die „Zustimmung der daran beteiligten Akteure“ erfordert. Zu diesen zählen auch die Bürgerinnen und Bürger. Worauf es ihnen ankommt, wurde in unserem Projekt Bauen & Wohnen mit zwei Bürgerräten erhoben, anhand deren Konzept und Ergebnisse Ortwin Renn vier Akzeptanzfaktoren verdeutlicht.

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Stimmen aus dem Projekt

  • © www.ingasommer.de

    Jens Lütjen, Geschäftsführender Gesellschafter, Robert C. Spies Gewerbe und Investment GmbH & Co. KG, zum Thema 
    Folgen rechtlicher Änderungen für Kommunen

    „Die Baubranche einschließlich der kommunalen Bauämter braucht pragmatische und stabile Rahmenbedingungen – das kann die Bautätigkeit ankurbeln.
    Positiv ist, dass auf politischer Ebene versucht wird, Komplexität zu reduzieren – etwa durch den Bau-Turbo, den Gebäudetyp-E oder den Hamburg-Standard. Diese Ansätze müssen aber auch in den operativen Verwaltungsstrukturen umgesetzt werden. Dafür benötigen die Verantwortlichen Rechtssicherheit für ihre Entscheidungen. Kommunen haben bereits gute Instrumente an der Hand, müssten jedoch befähig werden, diese im Sinne eines flexibel einsetzbaren Baukastens besser zu nutzen.“

  • Josef Huber, Geschäftsführender Gesellschafter, Huber & Sohn GmbH & Co. KG, zum Thema Erleichterung für das Bauen im Bestand

    „Regelungen zum Bestand – mit dem Ziel, Umbauen zu erleichtern – sollten dringend in die Musterbauordnung integriert werden. Dabei muss darauf geachtet werden, dass nicht an anderen Stellen schwer erfüllbare Auflagen eingeführt werden, die das Bauen im Bestand wieder schwieriger machen.“ 

  • © Elisabeth Pfahler-Scharf

    Petra Wurmer-Weiß, Beraterin, Beratungsstelle Energieeffizienz und Nachhaltigkeit (BEN) der Bayerischen Architektenkammen, zum Thema Nachhaltige Verdichtung im städtischen Bereich

    „Mit zunehmender Nachverdichtung steigen die Anforderungen auch an die Qualität der Freiflächen und an Maßnahmen zur Klimaanpassung. So erfordern dichte Bebauungskonzepte zusätzliche Lösungen für Hitzeschutz und Kühlung sowie ausreichende Flächen für die Versickerung von Regenwassers. Eine Fassaden- oder Dachbegrünung können dichteres Bauen zumindest teilweise ausgleichen (kompensieren) und ein Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung sein. Solche Anforderungen müssen rechtlich verankert werden. Eine reine Vereinfachung von Bauvorgaben zugunsten von mehr Wohnraum ohne Betrachtung der klimatischen und sozialen Folgen würde zu kurz greifen.“

  • © ByAK

    Jutta Heinkelmann, Referentin Wohnen, Standards, Normen der Bayerischen Architektenkammer, zum Thema Erleichterung für das Bauen im Bestand 

    „Der erleichterte Umgang mit Bestand soll in allen Landesbauordnungen (LBOs) Eingang finden. Viele Bundesländer streben derzeit an, Regelungen zur Erleichterung und Privilegierung für das Bauen im Bestand in ihre jeweilige LBO zu integrieren. Durch die entsprechende Anpassung der Musterbauordnung geht die Entwicklung in die gleiche Richtung. Eine Harmonisierung, also Angleichung der LBOs hinsichtlich ihrer Regelungen zum Bestand, sollte das Ziel sein.“

  • © Frank-Thomas Kronsbein

    Frank-Thomas Kronsbein, Produktmanager Wohngebäude, GOLDBECK Technologies GmbH, zum Thema Nachverdichtung

    „Für die Nachverdichtung muss ein gesamtgesellschaftliches Leitbild entwickelt werden – dieses sollte im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern entstehen. So können nachverdichtende Bauprojekte auf Basis eines gemeinsamen Konsens im Einklang mit den Bedarfen der Stadtbevölkerung umgesetzt werden.“

von

Gebäudetyp E: Eckpunktepapier von BMJV und BMWSB 

Mit dem Gebäudetyp E soll Bauen einfacher, schneller und vor allem auch wieder günstiger werden. Durch den Verzicht auf bestimmte Baustandards reduzieren sich die Baukosten. Damit Vertragspartner künftig ohne Unsicherheiten den Gebäudetyp E vereinbaren und umsetzen können, haben das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz und das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen in einem gemeinsamen Eckpunktepapier den Rahmen gesteckt. 

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© acatech / Seda Akinci

Rückblick: Bestand als Chance!
Bauen & Wohnen auf dem 18. Bundeskongress Nationale Stadtentwicklungspolitik in Rostock

Die Plattform Bauen & Wohnen war auf dem Kongress mit dem Fachforum „Bestand als Chance! Soziale und technologische Innovationen für mehr bezahlbaren und nachhaltigen Wohnraum im Quartier“ vertreten. Rund 140 Interessierte kamen zu der Veranstaltung, bei der der aktuelle Stand der Diskussionen aus den Arbeitsgruppen vorgestellt und anschließend diskutiert wurde. 

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Best Practice:

Vom Verwaltungssitz zum Seniorenwohnen

Wo früher Büros waren, ist heute Leben eingezogen: Das ehemalige Verwaltungsgebäude der GESOBAU AG im Märkischen Viertel in Berlin-Reinickendorf wurde zu einem modernen Wohn- und Geschäftsgebäude umgestaltet – mit 66 neuen und sechs Bestands-Wohnungen, barrierefreien Grundrissen und Raum für neue Nachbarschaft. Damit gibt es unter anderem altersgerechte und bezahlbare Angebote für Seniorinnen und Senioren, das Quartier profitiert von neuen Service-Angeboten. 

Das Projekt zeigt, wie Umbauen statt neu bauen Stadtquartiere nachhaltig verändern kann. Mehr zur Umnutzung der GESOBAU und weitere spannende Beispiele mit Potenzial zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum im Bestand gibt es auf unserem Reallabor-Mapping. 

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Reallabor:

Sonneneck – ein Quartier für alle Generationen 

Aus grauen Platten im Dresdner Quartier Sonneneck werden hell einladende Wohnhäuser – mit Balkonen, Aufzügen und warmen Farbtönen. Das Ziel ist bezahlbarer Wohnraum mit größengerechten Wohnungen für Familien, Paare und Singles sowie barrierearmer Wohnraum für Seniorinnen und Senioren. Zudem entstehen Spielplätze und Grünflächen. Die Sanierungen und Umbau-Maßnahmen werden teilweise im bewohnten Zustand durchgeführt, Bewohnende regelmäßig schriftlich und durch vor-Ort-Begehungen informiert. 

Bestandsgebäude samt seinem Umfeld vitalisieren und einen Wohn-Mix gestalten, der bezahlbar und lebenswert ist: Mehr Beispiele für Reallabore mit Potenzial für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum im Bestand und Best Practices gibt es auf unserer digitalen Landkarte, dem Reallabor-Mapping. 

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Reallabor-Mapping von Bauen & Wohnen und dem KIT ist online 

Wie können Reallabore zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum im urbanen Raum beitragen? Wir haben mit wissenschaftlicher Begleitung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) ein neues Mapping-Tool entwickelt. Auf einer interaktiven Landkarte werden Reallabore und ausgewählte innovative Praxisbeispiele (Best Practices) in Deutschland dar- und vorgestellt. 

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Potenzial Wohnungstausch im Bestand
Durch Wohnungstausch wären jährlich bis zu 11,5 Millionen Quadratmeter Wohnfläche erschließbar – das sind bis zu 357.000 Zimmer. 65 Prozent aller Mieter wären dazu bei passendem Angebot bereit. 

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Wohnraumpotenzial Dachgeschoss: 429.252 zusätzliche Wohnungen…

...könnten zukünftig unter und auf deutschen Dächern entstehen – zeigt eine Studie des Berliner Technologieunternehmens Leaftech. 

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Bestandserweiternde Nachverdichtungsmaßnahmen punkten gegenüber Neubauprojekten 

Flächen- und Ressourcenverbrauch, CO2-Emissionen und vor allem die Bauwerkskosten sind deutlich geringer. Preise pro Quadratmeter Bruttogrundfläche:
- Dachausbau: 1.797 Euro
- Anbau: 1.738 Euro  
- Neubau: 2.765 Euro

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  • © David Ausserhofer

    „Menschen sollen sich in urbanen Räumen wohlfühlen und sich auch eine angemessene Lebensqualität leisten können. Das erfordert den Abbau unnötiger Regulierungen und eine auf sozialen Ausgleich bedachte Wohnbaupolitik.“

    Prof. Dr. Drs. h. c. Ortwin Renn
    Ehemaliger Direktor am Institut für Transformative Nachhaltigkeitsforschung, Mitglied des acatech Präsidiums, wissenschaftlicher Projektleiter der Plattform Bauen & Wohnen

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  • © Julius Gnoth

    „Bauen im Bestand wird der neue Standard der Branche - meint Sarah Dungs, Vorstandsvorsitzende des Verbands für Bauen im Bestand e.V. und Geschäftsführerin der Greyfield Group. Im Webinar „Bauen im Bestand: Chancen nutzen, Herausforderungen meistern“ hat sie erklärt, wo eigentlich CO₂  in der Baubranche entsteht, wie sich Ressourcen schonen lassen und warum es ein neues Mindset für den Bestand braucht.”

    Sarah Dungs
    Vorstandsvorsitzende des Verbands für Bauen im Bestand e.V. und 
    Geschäftsführerin der Greyfield Group
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  • © Ulrich Mayer

    „Hier geht es um eine hochaktuelle Fragestellung: Wie ist es erreichbar, eben nicht auf der „grünen Wiese" mit noch mehr Flächenversiegelungen neuen Wohnraum zu schaffen, sondern durch die Nutzung und Nachverdichtung der bereits gebauten Umwelt, versiegelter Flächen und schon gebauter Infrastruktur.“

    Prof. Dr.-Ing. Stefan Winter

    Ordinarius des Lehrstuhls für Holzbau und Baukonstruktion, Technische Universität München, 
    Leitung Arbeitsgruppe 1 „Baustoffe, Konstruktion und Energie“ 

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  • © Martin Braun

    „Eine lebenswerte Zukunft können wir nur gestalten, wenn Probleme und ihre Ursachen multiperspektivisch untersucht werden und Maßnahmen gezielt an heute dysfunktionalen Zusammenhängen ansetzen und bestehende Blockaden lösen. Wichtig ist, Wissen aus verschiedenen Bereichen zu vernetzen: zwischen Planen, Bauen und Betreiben, Wissenschaft und Praxis, Fachwelt und den Menschen im Quartier.“

    Prof. Dr.-Ing. Agnes Förster
    Inhaberin des Lehrstuhls für Planungstheorie und Stadtentwicklung, RWTH Aachen, 
    Leitung Arbeitsgruppe 2 „Stadt- und Quartiersentwicklung“

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  • © Schöck Bauteile GmbH

    „Mir liegt die Verbindung von Nachhaltigkeit und bezahlbarem Wohnraum besonders am Herzen. Die Plattform "Bauen & Wohnen" bietet die ideale Möglichkeit, unser Know-how in die Diskussion einzubringen und gemeinsam Lösungen für die Bauindustrie von morgen zu erarbeiten.“

    Dr.-Ing. Daniela Kiefer
    Tragwerksplanerin für Brücken, Hochbau und Bauprodukte, SMP Ingenieure Im Bauwesen GmbH 
    Leitung Arbeitsgruppe 1 „Baustoffe, Konstruktion und Energie“ 

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von

Lernen Sie unsere Arbeitsgruppen kennen

AG 1 Baustoffe, 
Konstruktion und Energie

Die AG 1 betrachtet technische Innovationen mit Blick auf einzelne Gebäude, bestehende Hürden und mögliche Kostensenkungen. 

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AG 2 Stadt- und 
Quartiersentwicklung

In der AG 2 geht es um Fragen rund um die Erfordernisse und Potenziale einer integrierten Quartiersentwicklung. 

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AG 3 Transformation und 
Umsetzungsstrategien

In Zusammenarbeit mit den anderen beiden AGs beschäftigt sich die AG 3 mit der möglichen Übertragung von Lösungen in die Praxis.

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